Lungenkrebs und psychische Gesundheit: Belege für einen Wandel aus dem 11. Bericht von „Lung Cancer Europe“
Angeliki Souri, Vizepräsidentin von Lung Cancer Europe, eröffnet die Diskussion zum Thema psychische Gesundheit bei Lungenkrebs
Gestern Abend stellte Lung Cancer Europe im Rahmen des European Lung Cancer Congress (ELCC) 2026 in Kopenhagen offiziell seinen 11. Jahresbericht vor. Unter dem Titel „Lungenkrebs und psychische Gesundheit: Ein Schwerpunkt auf Lungenkrebstypen, Biomarker-Gruppen und länderübergreifende Vergleiche“ bietet diese Studie einen in dieser Form bisher einzigartigen Einblick in die psychische Belastung durch die Krankheit in 31 Ländern.
Auf der Grundlage der Antworten von 2.204 Personen zeigen die Ergebnisse, dass die psychische Gesundheit zwar ein untrennbarer Bestandteil der Lungenkrebsversorgung ist, in Europa jedoch nach wie vor nicht einheitlich anerkannt und gefördert wird.
Eine alltägliche Belastung, die man am eigenen Leib spürt
Der Bericht geht über klinische Statistiken hinaus und befasst sich mit den „verborgenen“ emotionalen Belastungen, die eine Diagnose mit sich bringt. Zu den wichtigsten Ergebnissen der diesjährigen Untersuchung zählen:
Die Versorgungslücke: 31 % der Teilnehmer erhielten zu keinem Zeitpunkt ihrer Behandlung Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit.
Die „Strafe für Nichtgetestete“: Personen, die sich keinem Biomarker-Test unterzogen hatten, gaben insgesamt die schlechteste psychische Gesundheit sowie die stärksten negativen Auswirkungen auf ihre Finanzen und ihr Berufsleben an.
Krise bei kleinzelligem Lungenkrebs: Trotz des raschen Krankheitsverlaufs wurden 74,3 % der Menschen mit kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC) von ihrem Gesundheitsdienstleister nie an eine Patientenorganisation verwiesen.
Geografische Ungleichheit: Auf dem gesamten Kontinent besteht eine tiefgreifende „Wohlstandslücke“, wobei der Zugang zu unverzichtbarer psychologischer Unterstützung je nach Wohnort erheblich variiert.
Expertenmeinungen aus Kopenhagen
Bei der Auftaktveranstaltung wurde deutlich, wie wichtig es ist, klinisches Fachwissen mit den Erfahrungen der Patienten zu verbinden. Emma Britton schilderte auf bewegende Weise ihre eigene Geschichte und verdeutlichte damit die tiefgreifenden persönlichen Auswirkungen dieser Erkenntnisse, während Valeria Sebri eine kritische klinische Perspektive auf die psychologischen Bedürfnisse der Betroffenen einbrachte.
Die Diskussion, die von LuCE-Vizepräsidentin Angeliki Souri geleitet und von Melanie De Coster moderiert wurde, unterstrich eine klare Botschaft: Eine umfassende Krebsversorgung muss die psychische Gesundheitsversorgung standardmäßig einschließen.
Aufruf zum Handeln
„Die psychische Gesundheit von Lungenkrebspatienten und ihren Angehörigen wird oft übersehen“, sagt Debra Montague, Präsidentin von Lung Cancer Europe. Lung Cancer Europe fordert politische Entscheidungsträger und Gesundheitsdienstleister dazu auf, psychosoziale Angebote in den gesamten Behandlungsverlauf bei Lungenkrebs zu integrieren, um sicherzustellen, dass niemand diesen Weg allein gehen muss.