In Europa wird ein Versorgungsengpass bei Cyclophosphamid gemeldet
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat einen Lieferengpass bei Cyclophosphamid gemeldet, einem Chemotherapeutikum, das zur Behandlung verschiedener Krebsarten und einiger Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird.
Cyclophosphamid wird seit vielen Jahren in der Krebsbehandlung eingesetzt und ist nach wie vor Bestandteil von Therapieschemata bei Krebserkrankungen wie Lymphomen, Brustkrebs und kleinzelligem Lungenkrebs.
Nach Angaben der EMA wird die Verknappung derzeit auf europäischer Ebene beobachtet. Die nationalen Behörden, das medizinische Fachpersonal und die Patienten wurden über die Ursache der Verknappung, die möglicherweise betroffenen Länder und die Maßnahmen zur Bewältigung der Situation informiert.
Bei Lungenkrebs kann Cyclophosphamid als Bestandteil der CAV-Therapie (Cyclophosphamid, Doxorubicin und Vincristin) bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs eingesetzt werden, insbesondere wenn die Erkrankung nach der Erstbehandlung wieder auftritt.
Zwar wird Cyclophosphamid in der modernen Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses nicht mehr häufig eingesetzt, doch können Lieferengpässe bei etablierten Chemotherapeutika nach wie vor die Behandlungsplanung in allen onkologischen Einrichtungen beeinträchtigen.
Medizinisches Fachpersonal kann bei Bedarf alternative Behandlungsansätze in Betracht ziehen, solange die Versorgung geregelt wird.
Die EMA beobachtet die Lage weiterhin und informiert regelmäßig über den aktuellen Stand.