Lung Cancer Europe auf der World Cancer Series Europe 2026

Am 8. Juni 2026 wird Debra Montague, Präsidentin von Lung Cancer Europe, in Brüssel an einer hochrangigen Podiumsdiskussion im Rahmen der 11. jährlichen „World Cancer Series Europe“ teilnehmen, die von Economist Enterprise veranstaltet wird. Die Sitzung mit dem Titel „Lung Cancer Control in Europe“ bildet den Abschluss des ersten Tages dieses bedeutenden internationalen Gipfels, an dem politische Entscheidungsträger, Ärzte, Patientenverbände und Führungskräfte des Gesundheitswesens aus ganz Europa teilnehmen.

Die 40-minütige, von Fragen und Antworten geprägte Diskussion wird sich mit einer zentralen und dringenden Frage befassen: Wie können wir die Zahl der Todesfälle durch Lungenkrebs in ganz Europa senken? Debra wird gemeinsam mit Yannick Romero, Senior Knowledge and Advocacy Manager bei der UICC, und Jan van Meerbeeck, Honorarprofessor für Pneumologie an den Universitäten Antwerpen und Gent sowie leitender Facharzt für Thoraxonkologie am Universitätsklinikum Antwerpen, die strukturellen, politischen und gerechtsbezogenen Herausforderungen erörtern, die weiterhin Menschenleben kosten.

Die Kosten einer verspäteten Diagnose

Lungenkrebs ist nach wie vor die häufigste krebsbedingte Todesursache in der EU und verantwortlich für etwa jeden fünften Krebstod in der Region. Dennoch werden 50 bis 70 % der Lungenkrebspatienten in Europa erst im Stadium IV diagnostiziert, in dem die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei nur 13 % liegt. Bei einer Diagnose im Stadium I steigt diese Zahl auf über 60 %. Der Unterschied liegt nicht in der Biologie, sondern im Zeitpunkt der Diagnose.

Für ein organisiertes Lungenkrebs-Screening sprechen wissenschaftliche Erkenntnisse. Der EU-Plan zur Krebsbekämpfung, die aktualisierten EU-Empfehlungen zum Krebs-Screening und der Europäische Kodex gegen Krebs verweisen alle auf dessen Einführung. Dennoch hat Lungenkrebs trotz der höchsten Sterblichkeitsrate durchweg weniger politische Aufmerksamkeit und weniger Ressourcen erhalten als Brust-, Gebärmutterhals- oder Darmkrebs. Das muss sich ändern.

Prävention darf nicht erst im Nachhinein in den Vordergrund rücken

Die Früherkennung durch Lungenkrebs-Screenings ist von entscheidender Bedeutung. Genauso wichtig ist es jedoch, die Zahl der Menschen zu verringern, die überhaupt erst an Lungenkrebs erkranken. Der europäische „Beating Cancer“-Plan hat klare Ziele zur Bekämpfung des Rauchens, der Luftverschmutzung und der Belastung durch schädliche Chemikalien festgelegt. Die Fortschritte sind jedoch zu langsam.

Daten der WHO zeigen, dass die Raucherquoten wieder steigen, insbesondere bei Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren. Der Jahresbericht 2025 der Europäischen Umweltagentur kam zu dem Ergebnis, dass die meisten EU-Länder nicht auf Kurs sind, ihre Emissionsziele für 2030 zu erreichen, die ohnehin bereits über den Empfehlungen der WHO lagen. Diese Statistiken lassen sich direkt auf künftige Lungenkrebsdiagnosen umrechnen.

Es gibt erfreuliche Neuigkeiten: Im April 2026 hat der Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten neue Bestimmungen zur Stärkung des Schutzes der Arbeitnehmer vor der Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen verabschiedet, darunter neue Expositionsgrenzwerte und Verpflichtungen hinsichtlich der Schutzausrüstung. Arbeitnehmer mit einem höheren Risiko einer berufsbedingten Exposition sollen zudem bei der Lungenkrebsvorsorge vorrangig berücksichtigt werden.

Die Postleitzahl sollte nicht über das Überleben entscheiden

In der gesamten EU haben nur wenige der 27 Mitgliedstaaten Vorsorgeprogramme für Lungenkrebs eingeführt. In weiteren 13 Mitgliedstaaten laufen derzeit Pilotprojekte und Umsetzungsstudien – ein Prozess, der in der Regel fünf Jahre dauert –, wobei der Abschluss dieser Studien keine Garantie für die Einführung darstellt.

Die SOLACE-Initiative hat seit 2019, als es noch überhaupt keine EU-Screening-Programme gab, maßgeblich zur Veränderung der Lage beigetragen. Doch die Fortschritte verlaufen nach wie vor viel zu langsam. Jedes Jahr ohne gerechte, organisierte Vorsorgeuntersuchungen ist ein Jahr, in dem der Wohnort weiterhin darüber entscheidet, wer überlebt.

Die Gesundheitssysteme unterscheiden sich voneinander, und Kosten-Nutzen-Analysen sehen je nach nationalem Kontext unterschiedlich aus. Diese Unterschiede sind real und legitim. Doch die Beschleunigung des Weges von der Evidenz zur Umsetzung ist kein politischer Luxus. Es geht um Menschenleben.

Verfolgen Sie die Diskussion

Die „World Cancer Series Europe“ findet am 8. und 9. Juni 2026 im Brussels Marriott Hotel Grand Place statt. Lung Cancer Europe wird in der Abschlusssitzung des ersten Tages von 17:25 bis 18:05 Uhr vertreten sein.

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