PFAS-Beschränkungen und Arzneimittel: Was schlägt die EU vor, und wie könnte sich dies auf die Behandlung von Lungenkrebs auswirken?
Die Europäische Union ist dabei, eine umfassende Klasse synthetischer Chemikalien, die als PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) bekannt sind, stärker zu regulieren. PFAS, die gemeinhin als „Forever Chemicals“ bezeichnet werden, sind in Tausenden von Alltags- und Industrieprodukten enthalten. Der Verordnungsvorschlag verfolgt klare Ziele im Bereich des Umweltschutzes und der öffentlichen Gesundheit. Er wirft zudem wichtige Fragen hinsichtlich der Arzneimittelversorgung auf, die Lung Cancer Europe aufmerksam verfolgt.
Was sind PFAS?
PFAS ist ein Oberbegriff für Tausende synthetischer Chemikalien, die wegen ihrer Hitze-, Wasser- und Fettbeständigkeit geschätzt werden. Sie kommen in vielen Branchen zum Einsatz, von Lebensmittelverpackungen über Elektronik bis hin zur Pharmaindustrie. Der Ausschuss für Risikobewertung der ECHA hat bestätigt, dass PFAS aufgrund ihrer hohen Persistenz zunehmende Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen und dass die bestehenden regulatorischen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Emissionen wirksam zu kontrollieren. 
Wie sieht der Regulierungsprozess der EU aus?
Im März 2026 veröffentlichte der Ausschuss für Risikobewertung der ECHA seine abschließende Stellungnahme, in der er EU-weite Beschränkungen befürwortete, während der Ausschuss für sozioökonomische Analyse einen Stellungnahmeentwurf veröffentlichte, der dieselbe Richtung unterstützte.  Eine öffentliche Konsultation zu diesem Stellungnahmeentwurf begann am 26. März und läuft bis zum 25. Mai 2026.  Es wird erwartet, dass der SEAC seine endgültige Stellungnahme bis Ende 2026 verabschiedet; anschließend werden seine Empfehlungen der Europäischen Kommission vorgelegt.  Sollte die Kommission den Empfehlungen der Ausschüsse folgen, könnten Beschränkungen für Arzneimittel und andere Produkte der Biowissenschaften, die PFAS enthalten, bereits 2029 in Kraft treten. 
Warum könnte sich dies auf Krebsmedikamente auswirken?
PFAS werden bei der Herstellung, Verpackung und Auslieferung von Arzneimitteln verwendet, darunter auch bei einigen Krebsmedikamenten. Mindestens 139 derzeit verwendete pharmazeutische Wirkstoffe enthalten PFAS.  Das bedeutet, dass Arzneimittelhersteller möglicherweise Zeit und finanzielle Mittel benötigen, um bestimmte Produktionsprozesse anzupassen.
Die zentrale regulatorische Frage ist, ob für Arzneimittel während einer etwaigen Übergangsphase angemessene Ausnahmeregelungen gewährt werden. Die Koalition der EU-Länder, die das Dossier zu den Beschränkungen ausgearbeitet hatte, hatte eine unbefristete Ausnahmeregelung für pharmazeutische Wirkstoffe vorgeschlagen. Der Stellungnahmeentwurf des SEAC kam zu dem Schluss, dass dies nicht gerechtfertigt sei.  Der SEAC befürwortet stattdessen einen Rahmen, der eine allgemeine Beschränkung mit anwendungsspezifischen Ausnahmeregelungen kombiniert, anstatt ein sofortiges vollständiges Verbot zu verhängen.  Wie diese Frage gelöst wird, wird für die Verfügbarkeit von Arzneimitteln von großer Bedeutung sein.
Was bedeutet das jetzt konkret?
Auf die derzeitigen Krebsbehandlungen hat dies keine Auswirkungen. Etwaige Einschränkungen liegen noch Jahre in der Zukunft, und es wird erwartet, dass lebenswichtige Arzneimittel während des gesamten Prozesses besonders berücksichtigt werden. Die Regulierungs- und Gesundheitssysteme auf EU-Ebene befassen sich bereits mit der Frage der Versorgungssicherheit.
Das Engagement von Lung Cancer Europe
Die Verringerung der langfristigen Belastung durch persistente Chemikalien ist für alle wichtig, auch für Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder diese Krankheit überwunden haben. Ebenso wichtig ist der ununterbrochene Zugang zu wirksamen Therapien. Diese beiden Ziele stehen nicht im Widerspruch zueinander, doch der Übergang muss sorgfältig gesteuert werden, wobei die Folgen für die Lieferketten im medizinischen Bereich umfassend zu berücksichtigen sind.
Lung Cancer Europe steht im Dialog mit europäischen Patientenorganisationen und relevanten Interessengruppen und trägt im Zuge der Ausarbeitung dieser Verordnung zur Schaffung einer wissenschaftlichen Grundlage bei. Wir werden diese Seite im weiteren Verlauf des Verfahrens kontinuierlich aktualisieren.
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Luftverschmutzung und Lungenkrebs in Europa: Was die aktuellen Erkenntnisse zeigen
https://www.lungcancereuropenews.eu/news/air-pollution-and-lung-cancer-in-europe-what-the-evidence-now-shows
Wie die EU-HTA-Verordnung die Bewertung von Lungenkrebsbehandlungen in Europa verändert
https://www.lungcancereuropenews.eu/news/eu-hta-regulation-lung-cancer-treatment-assessment-europe
Öffentliche Konsultation der ECHA zur Beschränkung von PFAS
https://www.echa.europa.eu/-/echa-to-launch-consultation-on-draft-seac-pfas-opinion