Europas nächster langfristiger Haushalt: Neues Informationspapier beleuchtet zentrale Themen im Zusammenhang mit Lungenkrebs
Die Europäische Krebsorganisation (ECO) hat ein neues Informationspapier veröffentlicht, in dem die jüngsten Entwicklungen bei den Verhandlungen über den nächsten langfristigen Haushalt der Europäischen Union, den mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) für den Zeitraum 2028 bis 2034, dargelegt werden. Da die Gespräche nun in eine entscheidende Phase eintreten, werden in diesem Update die vorgeschlagenen Änderungen hervorgehoben, die sich auf künftige Investitionen in die Gesundheit, die Krebsforschung und Innovationen in ganz Europa auswirken könnten.
Für die Lungenkrebs-Gemeinschaft sind diese Verhandlungen von großer Bedeutung, da der Haushalt für die nächsten sieben Jahre maßgeblich darüber entscheiden wird, wie die Europäische Union in Programme investiert, die Forschung, Innovation, öffentliche Gesundheit und die Zusammenarbeit zwischen den Ländern fördern. Auch wenn das Gesundheitswesen an sich weiterhin in nationaler Zuständigkeit liegt, hat die europäische Finanzierung eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Forschung voranzutreiben, Innovationen zu fördern und Ungleichheiten in der Krebsversorgung abzubauen.
Was hat sich geändert?
Im Mittelpunkt des Briefings stehen zwei Entwicklungen, die sich aus der jüngsten Verhandlungsphase ergeben haben.
Der erste Punkt betrifft die Finanzierung. Nach der Veröffentlichung des Verhandlungspapiers der zyprischen Ratspräsidentschaft würden die derzeit vorliegenden Vorschläge den Gesamtumfang des nächsten EU-Haushalts im Vergleich zum ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission verringern. Sie beinhalten zudem vorgeschlagene Kürzungen sowohl beim Europäischen Fonds für Wettbewerbsfähigkeit als auch bei „Horizont Europa“, darunter eine Kürzung um 1 Milliarde Euro im Cluster „Gesundheit, Biotechnologie, Landwirtschaft und Bioökonomie“. ECO weist darauf hin, dass diese Vorschläge noch nicht endgültig sind und in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 weiter verhandelt werden.
Der zweite Punkt betrifft die Unternehmensführung.
Neben den vorgeschlagenen Änderungen bei der Finanzierung hat ECO Bedenken geäußert, dass künftige Entscheidungen zur Gesundheitsfinanzierung möglicherweise im Rahmen breiter angelegter Strukturen getroffen werden könnten, die das Gesundheitswesen mit Biotechnologie, Landwirtschaft und Bioökonomie vereinen, anstatt durch spezielle, auf das Gesundheitswesen ausgerichtete Ausschüsse. Die Organisation argumentiert, dass die Beibehaltung von spezifischer Fachkompetenz im Gesundheitsbereich innerhalb künftiger Entscheidungsprozesse wichtig sein wird, um sicherzustellen, dass gesundheitspolitische Prioritäten weiterhin angemessene Beachtung finden.
Warum dies für Lungenkrebs von Bedeutung ist
Lungenkrebs ist nach wie vor die häufigste krebsbedingte Todesursache in ganz Europa, doch der Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen, Biomarker-Tests, Diagnose, Behandlung und begleitender Versorgung unterscheidet sich weiterhin erheblich von Land zu Land.
Europäische Investitionen haben gemeinsame Forschungsvorhaben, Innovationen und grenzüberschreitende Initiativen gefördert, die zur Verbesserung der Versorgung von Lungenkrebspatienten beitragen. Durch aufeinanderfolgende EU-Haushalte finanzierte Programme haben zudem dazu beigetragen, Forschungsnetzwerke zu stärken und die Entwicklung sowie Umsetzung neuer Ansätze zur Prävention, Diagnose und Behandlung voranzutreiben.
Die im Rahmen der laufenden Verhandlungen getroffenen Entscheidungen werden daher das Umfeld beeinflussen, in dem sich die Krebsforschung und -innovation im gesamten nächsten Haushaltszeitraum entwickeln werden.
Die Sichtweise von „Lung Cancer Europe“
Lung Cancer Europe setzt sich für nachhaltige europäische Investitionen in die Bereiche Gesundheit, Forschung und Innovation ein, verbunden mit Steuerungsmechanismen, die gewährleisten, dass gesundheitliches Fachwissen bei Entscheidungen über künftige Gesundheitsprogramme weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Als Sprachrohr der von Lungenkrebs betroffenen Menschen in ganz Europa sind wir der Überzeugung, dass weitere Investitionen in Forschung, frühzeitige Diagnose, Biomarker-Tests, Prävention und einen gerechten Zugang zu hochwertiger Versorgung unerlässlich sind, wenn Europa Ungleichheiten weiter abbauen und die Behandlungsergebnisse verbessern will.
Lesen Sie den vollständigen Bericht
Das Juli-Update der Europäischen Krebsorganisation enthält weitere Einzelheiten zum aktuellen Stand der Verhandlungen, zu den vorgeschlagenen Änderungen bei der Finanzierung und zu den Prioritäten, die für Krebsorganisationen im Rahmen der laufenden Diskussionen festgelegt wurden.
Quellen
Europäische Krebsorganisation„Reach Higher for Cancer Care“: Aktuelles – EU-Haushalt 2028–2034: Wie ist der aktuelle Stand?Der neue Europäische Wettbewerbsfonds: Wer entscheidet über die Verwendung der Mittel?Weiterführende Literatur
Wie sich der nächste langfristige Haushalt der EU auf Menschen mit Lungenkrebs auswirken wirdWarum „Lung Cancer Europe“ den offenen Brief von WECAN zum EU-Haushalt unterstütztWas das EU-Gesetz über lebenswichtige Arzneimittel für Lungenkrebs bedeutetWarum Biomarker-Tests bei allen Fällen von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zur Routine gehören sollten